In dieser beobachtenden Kohortenstudie versuchten Forscher aus Maastricht, den Einfluss der Anamnese und vorhandender klinischer Symptome auf die Verschreibung einer antibiotischen Therapie bei Infektionen des unteren Respirationstraktes (LRTI) zu erheben. 25 Allgemeinmediziner und 247 erwachsene Patienten mit der klinischen Diagnose LRTI wurden inkludiert. Die klinischen Variablen, die eine Antibiotika Therapie wahrscheinlich machen, wurden berechnet und die Korrelation von Antibiotika Verschreibung und radiologisch diagnostizierter Pneumonie untersucht.
Als besonders mit Antibiotika Gabe assoziiert erwiesen sich auskultatorische Zeichen (OR 11.5) und Diarrhoe (OR >11). 79% der Patienten (n=195) bekamen ein Antibiotikum; unter der Annahme, dass die Verschreibung nur bei Pneumonie indiziert wäre, wären 86% (166 von 193) unsachgemäß therapiert worden; 16% (5 von 32) Personen mit radiologisch bestätigter Pneumonie erhielten keine Antibiotika- Therapie.
Die Autoren schließen, dass ein auffälliger auskultatorischer Befund bei Patienten mit LRTI sehr oft zur Verschreibung von Antibiotika führt, obwohl das für die meisten Personen wahrscheinlich nicht notwenig wäre. Diese Ergebnisse sollen Allgemeinmedizinern zeigen, wie sehr der Befund der Auskultation ihre Therapieentscheidung bei Patienten mit LRTI beeinflusst und welche Bedeutung individuelle klinische Symptome für die Erfüllung Evidenz basierter Verschreibungsrichtlinien haben.
Hopstaken RM et al. Family Practice 2006; 23(2): 180-187
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